BA S Hi/S08/2a Seminar: Körperbemalung in der Pädagogik - Details
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Die Körperbemalung ist ein fester Bestandteil der Menschheitsgeschichte. Man könnte meinen, die Kultur der Körperbemalung ist fast ausgestorben und existiert nur bei einzelnen Völkern. Doch wenn man sich näher damit beschäftigt, wird schnell deutlich, es hat nur eine andere Form angenommen. Mehr noch: Das Bedürfnis nach der Körperinszenierung, damit verbundenen Identitätsfindung und -ausdruck sowie der Berührung, wächst in der modernen Gesellschaft, die sich durch Digitalisierung, Anonymisierung, Schnelligkeit, Entfremdung von der Natur und der natürlichen Lebensweise auszeichnet.
Folgende Aspekte sind feste Bestandteile in dem Prozess der Körperbemalung:
Kombination visueller und taktiler Sinnesreize (Hautberührung und Farbe), intensive Begegnung mit der Person die Bemalt wird, malt oder mit sich selbst über den Spiegel. Dies bietet ein großes Potenzial für die therapeutische und pädagogische Arbeit:
Durch die Verschaltung der taktilen und visuellen Sinnesreize während der Körperbemalung, wird der Person ermöglicht ihre Körpergrenze zu spüren und somit die Grenze zwischen Innen und Außen, sich selbst und die Realität wahrzunehmen. Die Körperbemalung ermöglicht ferner eine kreative Auseinandersetzung mit der eigenen Identität. Es können neue Rollen ausprobiert und gegebenenfalls in den Lebensalltag übertragen werden. Der Körper kann geschmückt und somit positiv besetzt werden.
Durch das selbstständige Bemalen des eigenen Körpers oder das Entscheiden über die Malweise wird einem ermöglicht, über seinen eigenen Körper zu bestimmen und eine aktive Rolle zu übernehmen, was zum Beispiel bei langer Hospitalisierung sehr eingeschränkt ist.
Die Berührung der Haut kann Bindungsprozesse auslösen und die soziale Interaktion positiv beeinflussen. Der Prozess der Körperbemalung erlaubt dialogisches Malen, eine achtsame intensive Begegnung des Malenden mit dem Bemalten und eine langandauernde Berührung, die eine Voraussetzung für jede Art von Beziehung ist. Dies kann für die Stärkung der Gruppendynamik und Beziehungsgestaltung /-stärkung genutzt werden.
Somit bietet die Verwendung der Körperbemalung viele kreative Anwendungsmöglichkeiten in der pädagogischen Einzel- und Gruppenarbeit Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Familien.


SEMINARINHALTE:
Körperbemalung
-als Teil der Menschheitsgeschichte
-in den Praktiken der indigenen Völker
-in der modernen Gesellschaft
-in der Kunst
-in der Therapie und Pädagogik
Theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen (Körper-) Wahrnehmung, Selbstbewusstsein, Selbstwirksamkeit, Identität, Beziehung, Berührung, Gruppendynamik, Resilienz, Regression und deren Bezug zu der Körperbemalung.
Beispiele aus der Praxis.
Selbsterfahrung, Übungen in den Gruppen.
Die Teilnahme setzt die Bereitschaft voraus, sich an Händen und Gesicht bemalen zu lassen und/oder sich selbst zu bemalen. Es wird eine professionelle, dermatologisch getestete Theaterschminke verwendet, die leicht mit Wasser und Seife oder Feuchttüchern abwaschbar ist.
Keine Vorkenntnisse oder künstlerisches Talent erforderlich.
Bringen Sie bitte kleine Spiegel mit und das, was Sie zum Abwaschen verwenden wollen.

Admission settings

The course is part of admission "S08".
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  • The enrolment is possible from 23.07.2019, 08:00 to 06.10.2019, 23:59.
  • This setting is active from 29.07.2019 08:00 to 08.08.2019 19:59
    The enrolment is only permitted for participants of the course: Gremienarbeit (Vorzeitiges Eintragen für Studierende in Gremien) WiSe 2019 (WiSe 2019/20) Display course details.
  • A defined number of seats will be assigned to these courses.
    The seats will be assigned in order of enrolment.
  • This setting is active from 23.07.2019 08:00 to 29.07.2019 07:59
    The enrolment is only permitted for participants of the course: PibLes (Vorzeitiges Eintragen für Studierende in besonderen Lebenssituationen) WiSe 2019/20 (WiSe 2019/20) Display course details.
  • It is allowed to enrol to max. 2 courses in this admission.
Assignment of courses: